Archive für Beiträge mit Schlagwort: Open Government

Das Internet bietet den Menschen multimediale Kommunikationsformen, interaktive Prozesse der Kollaboration und Partizipation sowie soziale Plattformen, um Inhalte zu teilen oder sich für diverse Themen gemeinsam zu organisieren.

In den letzten Jahren hat sich das Netz von einer eher passiven Entertainmentplattform auch zu einer ernsthaften, wirtschaftlich und politisch aktiven Plattform entwickelt. Das Internet ist reifer geworden. Zunehmende Transparenz im Netz sorgt dafür, dass sich sinnstiftende Themen je nach Resonanz aufschaukeln, sich in Windeseile viral streuen und dadurch hohe Relevanz bekommen können.

Politik und Wirtschaft werden zunehmend gezwungen, sich mit den neuen Paradigmen im Netz (z.B. Öffnungsprozesse in Wertschöpfungsnetze) und mit einem besser informierten Bürger konstruktiv auseinanderzusetzen. Alle Akteure können davon profitieren und dazulernen. Es entstehen experimentelle Organisationsformen sowie moderne Arbeitsweisen, die den Menschen mehr interaktive Mitgestaltung ermöglichen. Die Menschen im Netz stimulieren z.B. im Bereich Open Innovation oder Open Government durch externes Wissen und neue Ideen Innovations- und Wertschöpfungsprozesse.

Das folgende animierte Video (liquid content) zeigt die Öffnungsphänomene und die damit einhergehende Machtverschiebung zu Gunsten eines besser informierten und souveräneren (Internet-)Bürgers.

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Open Government hat das Ziel, Politik und Verwaltung gegenüber Bürgern und Wirtschaft zu öffnen. Hierbei spielen drei wesentliche Aspekte eine Rolle: Es geht um Kollaboration, Transparenz und Partizipation. Die Öffnung erfolgt hier einseitig zum Bürger, häufig durch verbesserte Informations- und neuerdings auch Datenbereitstellung (Open Data). Die nächste Stufe ist eine beidseitige Öffnung, bei der es auch Rückkanäle von Bürgern in die Verwaltung gibt: Sie bildet die Grundlage von neuen Formen der Kollaboration und Partizipation zwischen Verwaltung und Bevölkerung. Die Forderungen nach offenem Regierungs- und Verwaltungshandeln, Öffnung von Datenbeständen und aktivem Bereitstellen von Regierungs- und Verwaltungsinformationen über Gesetzestexte und Verordnungen hinaus werden permanent lauter und sind längst keine Randerscheinung mehr.

Das folgende Video auf Vimeo von europeana erklärt „Open Data“

Berlin veröffentlichte jüngst seine Open Data-Strategie. Auf der Website von Offene Daten Berlin heisst es:

Mit dem ersten deutschen, dem Berliner Open Data Portal, erproben wir dies seit September 2011. Inzwischen stehen 58 Datensätze in 16 Kategorien für Recherchen und Apps-Entwicklungen bereit. Nutzen Sie Anwendungen, welche auf den Rohdaten basierend, anschauliche Applikationen bieten oder geben Sie direkt im Suchfeld einen Begriff ein. Unter Interaktion, freuen wir uns über Ihr Feedback oder Hinweise und Diskussionen rund um das Thema Open Data.

Im Auftrag der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung und in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer FOKUS erschien jüngst die Open Data-Strategie von Berlin. Darin werden organisatorische, rechtliche und technische Aspekte offener Daten in Berlin konzeptionell vorgestellt.

Hier gehts zum pdf des Pilotprojekts

Wenn die Öffnung der Verwaltungsprozesse nicht nur unidirektional erfolgt, sondern echte Interaktion ermöglicht, dann sind grundsätzlich vergleichbare Potenziale möglich wie bei Open Innovation – Konzepten für Firmen: das Wertschöpfungsnetz kann intelligenter gestaltet werden, indem das quantitativ viel größere Know-how außerhalb der eigenen (Forschungs-)Wände eingebunden wird. Dadurch können Verwaltungsprozesse beschleunigt und verbilligt werden, was sich auch gesamtwirtschaftlich durch geringe Transaktionskosten bemerkbar machen würde, sobald Open Government in größerem Maßstab eingeführt wird. Berlin setzt hier ein erfreuliches Signal in die richtige Richtung.

Es bleibt zu hoffen, dass aus dieser Bewegung heraus (auch bundesweit) mehr Bottom-Up anstelle von Top-Down Politik entsteht.