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Bei der Diskussion um die Frage „Wie offen oder geschlossen sollen Internet-Ökosysteme sein?“ wird bis dato zu wenig die Dimension eines innovationsfreundlichen Klimas betrachtet. Er wird angenommen, dass Innovationsfähigkeit und -geschwindigkeit davon abhängen, ob Entwickler von außen auf die technologischen Strukturen eines Ökosystems zugreifen können. Die Verfügbarkeit und Ausgestaltung von APIs können wichtige Hinweise geben, ob die Struktur von Ökosystemen für die Entwicklung von innovativen Anwendungen relevant ist.

Nun wollen wir diese Fragestellungen wissenschaftlich begleiten. Wir freuen uns daher sehr, gemeinsam mit der Universität Kattowitz folgende Umfrage erstellt zu haben und bitten Sie, sich einen kurzen Augenblick Zeit zu nehmen. Mit Ihren Antworten können Sie uns helfen, wichtige Erkenntnisse in dieser Hinsicht zu gewinnen und bedanken uns bereits jetzt für Ihre Teilnahme.

Die Erkenntnisse dieser Befragung werden hier im Blog veröffentlicht.

Direkt zur Umfrage.

„Social Media & Corporate Social Responsibility“ war das Thema der Diskussionsveranstaltung am 22.05.2012 in der stiftung neue verantwortung.

Diskutiert werden sollte der Einfluss von Social Media auf den Bereich Corporate Social Responsibility (CSR). Dabei gab es direkt zu Beginn eine nüchterne Diagnose: „Über den Stand der Social-Media-Aktivitäten bin ich enttäuscht“, so Björn Negelmann, der als Geschäftsführer der N:Sight Research und Partner bei Kongress Media viele Unternehmen und deren Social Media Strategien kennt. Leider erscheint zahlreichen Unternehmen Facebook eher als „Absatzmarkt“ und weniger als Platz für Kommunikation und neue interaktive Formen der Kundenbindung.

Unter den Gästen wurde auch der vielzitierte „Shitstorm“ als einer der Risiken von Unternehmenskommunikation in sozialen Medien genannt – ganz besonders im CSR-Bereich. Als Beispiel dienten die von Greenpeace mitinitiierten Proteste gegen Nestlé rund um die Verwendung von Palmöl in ihren Produkten. Volker Gassner, Teamleiter Presse, Recherche und Neue Medien bei Greenpeace widersprach und schlug vor, eher von einem Meinungssturm als von einem Shitstorm zu sprechen.

Denn das Risiko eines Shitstorms sah Volker Gassner nicht in unbedingt in den Sozialen Netzwerken. „Kommunikation ist das Problem, nicht Social Media“, so Gassner. Demnach werde sich auch Corporate Social Responsibility durch Social Media verändern. „Vielleicht wird es CSR in Zukunft nicht mehr geben“, so Björn Negelmann. Volker Gassner prophezeite, dass CSR durch Social Media täglich stattfinden wird. Anstelle eines jährlichen und verstaubten CSR-Bericht bedeute das: „Gib uns täglich CSR!“

Es ist mehr als ein Sturm im Wasserglas: Google plant ein eigenes Glasfaser-Projekt in Europa. Auch wenn noch keine Details bekannt geworden sind, trägt die folgende Aussage einiges an Brisanz in sich:

During a meeting at the French Industry Ministry, Drummond said that Google was ‚looking very closely‘ at a potential project in Europe, without specifying where this project would be launched or when.

Seit Jahren wird gefordert, dass endlich die weißen Flächen in Deutschland und Europa mit Internet versorgt werden. Viele gehen davon aus, dass LTE-Mobilfunknetze diese Lücken zufriedenstellend schließen wird. Aber unabhängig davon, ob, wie und wann eine ausreichende Versorgung in Europa gegeben ist, irritiert es doch, dass Google sich gerade in Europa engagieren will. Nicht die eigentliche Meldung, dass Google außerhalb der USA zum Internet Service Provider (ISP) werden möchte ist relevant, sondern es stellt sich die Frage: Warum in Europa?

Vielleicht gibt folgende Aussage eine Antwort:

But it also has ISPs that filter content on behalf of copyright holders and those that seek to get providers like Google to pay for the privilege of accessing the end consumer.

Natürlich gibt es unterschiedlichste Gründe, warum Google sein eigenes Netz aufbauen will. Interessant ist der Gedanke dennoch: Wenn also Verlage und Verwertungsgesellschaften gemeinsam mit den bisherigen ISPs dafür Sorgen wollen, dass Google für den Transport der Inhalte zahlen soll, dann verwundert der Gedanke nicht, dass Google sich unabhängig macht und damit selbst zum ISP wird. Es wird allerdings spannend sein, wie sich das Thema Netzneutralität in solch einer neuen Marktsituation entwickeln wird.

Kommt nun die neue Generation von ISPs auf den Markt? In den USA benötigte Google für sein Projekt in Kansas City etwa zwei Jahre. Diese Erfahrung wird dazu führen, ein Projekt in Europa deutlich schneller zu realisieren. Es wäre mehr als wünschenswert, dass in Zukunft Unternehmen, Schulen, Verwaltungen – also die gesamte Gesellschaft – vom schnellen Internet profitieren kann. Und vielleicht ist diese Meldung der notwendige Ruck, damit etablierte ISPs und Inhalteanbieter deutlich intensiver in den weiteren Ausbau ihrer Infrastruktur bzw. Geschäftsmodelle investieren, statt sich und die Politik mit Nebelgefechten aufzuhalten.

(valentina kerst)

[Update] In der letzten Woche ist Google Fiber in Kansas an den Start gegangen[/Update]