Ein Merkmal von Ökosystemisierung ist die bisweilen enge Verschränkung von Hardwareplattform und Anwendungs- bzw. Diensteebene. Bücher, die im iTunes-Store gekauft wurden, können nicht so ohne weiteres auf anderen Geräten gelesen werden. Das führt zu der grotesken Situation, das ein in Apples iTunes-Store gekauftes Buch nicht auf einem MacOS-Computer gelesen werden kann, sondern dafür ein iOS-Gerät – iPad, iPod oder iPhone – benötigt wird (vgl. Macworld).

Mit der Verbreitung von Internet-fähigen Fernsehgeräten hält Ökosystemisierung aber noch stärker Einzug ins Wohnzimmer. Denn nur weil ein Fernseher ans Internet angeschlossen ist, bedeutet das noch lange nicht, dass damit auch jede Online-Videothek angesteuert werden kann. Das Internet am Fernseher unterscheidet sich also vom Internet am PC – und zwar nicht nur in der Bedienung, wie Michael Schidlack vom Branchenverband Bitkom kürzlich gegenüber den Westfälischen Nachrichten erläutert hat:

‚Es handelt sich bei den meisten Herstellern daher nicht um freies Internet wie auf einem PC, bei dem sich beliebige Seiten aufrufen lassen‘, sagt Schidlack. Welche Onlinevideothek zur Verfügung steht, hänge von den Verträgen zwischen TV-Hersteller und Inhalteanbietern ab.

Bleibt die Frage, ob es überhaupt angebracht ist, angesichts solcher Knebelverträge von „Internet-fähigen“ Fernsehern zu sprechen. Denn mit dem klassischen Internet hat ein Gerät nicht mehr viel zu tun, das nur in bestimmten Ökosystemen surfen kann. AOL lässt grüßen.