Martin Weigert widmet sich auf netzwertig genau jener Frage, die uns auch im Rahmen unseres Forschungsprojektes umtreibt: Wie verändert sich das Web durch den Trend zum Aufstieg großer, plattformbasierter Ökosysteme. In seinem Beitrag ‚Geschlossene Ökosysteme: Abschied vom Netz wie wir es kennen?‚ warnt er:

Das Internet in seiner bisherigen Form wird nicht nur durch Regierungen und fortschrittsfeindliche Unternehmen bedroht. Die Demontage eines offenen Netzes findet auch von “innen” statt.

Denn die Nutzerinnen und Nutzer verbringen einen wachsenden Anteil ihrer Online-Zeit hinter den Zäunen, die von Plattformbetreibern rund um – aber auch innerhalb (vgl. ‚Das ist Ökosystemisierung #2: Killer Kindle‚) – ihre(r) Ökosysteme errichten. Besonders wirkmächtig sind solche ‚walled gardens‚ Weigert zu Folge, wenn sie Hard- und Software-Ebene miteinander verknüpfen. Den Hauptgrund dafür sieht Weigert in einem Gewinn an Bequemlichkeit, der damit für die Anwender verbunden ist:

Was Open-Source-Apologeten nicht wahrhaben wollen, bestätigt das Gros der Internetnutzer mit dem eigenen Verhalten: In entscheidenden Punkten erweisen sich geschlossene Software- und Ökosysteme gegenüber den offenen Alternativen als überlegen. Bisher zumindest.

Ob dieser Trend unumkehrbar ist und das Internet einfach den Weg aller neuen Medientechnologien hin zum Oligopol geht (vgl. Tim Wus ‚The Master Switch‚), da ist sich Weigert auch nicht sicher, er verweist aber auf einen Beitrag von US-Blogger Robert Scoble, der da behauptet, es sei bereits zu spät ‚to save the common web.