Im Technology Review auf Heise-Online stellt Jonathan Zittrain den Tod des PC fest. Allerdings nicht ohne Bedauern, da damit nach seiner Ansicht insbesondere die „faktischen Zensur durch das App-Konzept“ einhergeht.

Diese Beobachtung verdeutlicht einen Trend, der beim Gesamtblick auf die Internetökonomie erkennbar wird: zukünftiger Marktmachtmissbrauch droht wohl nicht von Seiten der Netzbetreiber. Während klassische Telekommunikationsnetzbetreiber mit offenen Standards mit einander konkurrieren und ihre Netze zusammengeschlossen haben, bestimmen immer mehr proprietäre und geschlossene Systeme die weiteren Ebenen der Internetwertschöpfungskette. Solche geschlossenen Standards begünstigen eine weitere Marktsegmentierung und führen zu bedenklichen Konzentrationen, die es den entsprechenden Anbietern erlauben, Netzwerkeffekte zum eigenen Wohle zu nutzen. Es wäre demnach überaus kurzsichtig, lediglich die derzeitig stark regulierten Unternehmen der TK-Industrie zu adressieren, wenn es um die Stärkung der Verbraucherrechte im Internet geht.

Die zunehmende Dienstedifferenzierung und weitere Innovationen führen zu mehr Wahlmöglichkeiten für die Nutzer. Dieser Effekt ist unbestrittenes Ziel aller Beteiligten. Die von Jonathan Zittrain gemachten Beobachtungen weisen allerdings in die gegensätzliche Richtung. Wie lange wird er seine wütenden Nerds noch suchen müssen?