Am Dienstag, den 20. Dezember 2011 besuchten wir Prof. Steffen Staab, den Gründer und Leiter des Instituts WeST (Web Science and Technologies) an der Universität Koblenz-Landau. Gemeinsam gingen wir der Frage nach, inwieweit das Internet als Netzwerk von Ökosystemen Innovationen im Web beeinflusst und welche Herausforderungen in Hinsicht auf die sog. Ökosystemisierung des Internet  für die Zukunft bestehen.

Prof. Staab sieht in Ökosystemisierung keine Schließung des Netzes vor der breiten Maße von Entwicklern. Facebook und Android gehören ja im klassischen Sinne zu offenen Systemen, obwohl man in ihnen auch Eigenschaften von Ökosystemen erkennen kann. Das Problem liegt seiner Meinung nach darin, dass die Betreiber von solchen Systemen von ihrer Größe überproportional profitieren. Als einen möglichen Grund dafür nannte er fehlende Gesetzgebung, die das Recht auf eigene Daten bestimmen würde. Die Mitnahme eigener Daten aus solchen Systemen sollte deutlich vereinfacht werden. Nur so ist ein offenes Wettbewerb mit den Web-Riesen möglich. Darüber hinaus wies er darauf hin, dass es sich oft aufgrund der zu milden Strafen für die großen Netzbetreiber lohnt, die Datenschutzgesetze zu missachten. Seiner Meinung nach müsste sich diesbezüglich auf der Seite der Gesetzgebung auch Einiges ändern.