Am 24. November 2011 lädt die Friedrich-Naumann-Stiftung ins base_camp zu Vorträgen und einem Panel zum Thema „Alles möglich, keine Grenzen? – Das Urheberrecht in der digitalen Welt„. Angesichts des Titels bin ich gespannt wie lange es bis zum obligatorischen „Das Internet darf kein rechtsfreier Raum sein!“ dauern wird. In der Vorankündigung wird das Thema jedenfalls wie folgt aufgesetzt:

Das Urheberrecht war vor Jahren ein Thema, für das sich lediglich einige Experten interessierten.
Zwischenzeitlich hat sich seine Bedeutung grundlegend geändert. Die Plagiatsaffären, die Festnahmen der Betreiber der Internetpräsenz http://www.kino.to oder unzählige Abmahnungen von Internetnutzern, Web- bzw. Shopbetreibern haben die gesellschaftliche Diskussion um das geistige Eigentum entfacht.

Die Analyse, dass das Urheberrecht heute für breitere Bevölkerungsteile bedeutsam ist, teile ich uneingeschränkt. Kürzlich habe ich beim netzpolitischen Abend der digitalen gesellschaft diesbezüglich ein Gedankenexperiment von Jamie Boyle (2008: 50) zitiert:

It used to be relatively hard to violate an intellectual property right. The technologies of reproduction or the activities necessary to infringe were largely, though not entirely, industrial. Imagine someone walking up to you in 1950, handing you a book or a recordor a movie reel, and saying “Quick! Do something the law of intellectual property might forbid.”

Die Leitfragen für das Panel sind dagegen doch eher einseitig und fragen nur nach dem Schaden von „Internetpiraterie“ – immerhin aber unter Anführungszeichen:

Welcher Schaden entsteht durch die „Internetpiraterie” für die Kultur- und Kreativwirtschaft? Welche Möglichkeiten gibt es, um hier Einhalt zu gebieten? Wie wird im europäischen Ausland mit den Problemen möglicher Urheberrechtsverletzungen umgegangen? Diesen Fragen gehen wir gemeinsam mit Ihnen und den eingeladenen Experten nach.

Ich würde hier noch die Frage ergänzen, ob die Piraterie oder ein unzeitgemäßes Urheberrecht das größere Problem darstellt? Ich freue mich jedenfalls schon sehr darauf, mit Manuel Höferlin (MdB), Christian Czychowski (Rechtsanwalt), Max Senges (Google) und Christian Sommer (Warner Bros.) unter Moderation von Stefan Krempl zu diesem Thema zu diskutieren.

[Update]

Videos der Veranstaltung sind mittlerweile auf YouTube online. Die Eröffnung von Seiten der Naumann-Stiftung und das Eingangsstatement von Manuel Höferlin und der Kurzvortrag von Christian Czychowski ebenso, wie die anschließende Diskussion: