Archive für den Monat: Januar, 2012

„Im Gegensatz zum Youtube-Video dürfen die Energienetze nicht ruckeln – sonst gehen etwa im Krankenhaus die Lichter aus,“ bloggte Gunnar Sohn zum Thema „Netzneutralität und das Smart Grid“ vor einiger Zeit bei den Netzpiloten. Seine Frage ist, ob das Internet in seiner derzeitigen Form den Herausforderungen intelligenter Stromnetze – den vielzitierten „Smart Grids“ – gewachsen ist (vgl. unser Schwester-Projekt zum Thema im Rahmen der stiftung neue verantwortung). Für den in seinem Beitrag zitierten Vertreter des Netzwerkausrüsters Nash Technologies, Bernd Stahl, gibt es nämlich nur zwei Optionen:

„Entweder bekommt das Smart Grid ein komplett eigenes Kontrollnetz, das neben dem Internet läuft. Oder das bestehende Internet wird weiterentwickelt – was praktisch auf ein partielles Re-Design hinauslaufen kann.“

Wir haben nun mit Thomas Schulz, Mitgründer, Mitglied des Vorstands und COO der Entelios AG, einen Vertreter der Strom-Seite zum Interview gebeten. Die Entelios AG ist spezialisiert auf Demand-Response-Technologien, die erzeugungsseitige Schwankungen im Stromnetz durch Steuerung der Stromnachfrageseite ausgleichen sollen. Schulz sieht die Probleme im Stromnetz – das Internet darf ihm zu Folge ruhig so bleiben wie es ist.

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Im Technology Review auf Heise-Online stellt Jonathan Zittrain den Tod des PC fest. Allerdings nicht ohne Bedauern, da damit nach seiner Ansicht insbesondere die “faktischen Zensur durch das App-Konzept” einhergeht.

Diese Beobachtung verdeutlicht einen Trend, der beim Gesamtblick auf die Internetökonomie erkennbar wird: zukünftiger Marktmachtmissbrauch droht wohl nicht von Seiten der Netzbetreiber. Während klassische Telekommunikationsnetzbetreiber mit offenen Standards mit einander konkurrieren und ihre Netze zusammengeschlossen haben, bestimmen immer mehr proprietäre und geschlossene Systeme die weiteren Ebenen der Internetwertschöpfungskette. Solche geschlossenen Standards begünstigen eine weitere Marktsegmentierung und führen zu bedenklichen Konzentrationen, die es den entsprechenden Anbietern erlauben, Netzwerkeffekte zum eigenen Wohle zu nutzen. Es wäre demnach überaus kurzsichtig, lediglich die derzeitig stark regulierten Unternehmen der TK-Industrie zu adressieren, wenn es um die Stärkung der Verbraucherrechte im Internet geht.

Die zunehmende Dienstedifferenzierung und weitere Innovationen führen zu mehr Wahlmöglichkeiten für die Nutzer. Dieser Effekt ist unbestrittenes Ziel aller Beteiligten. Die von Jonathan Zittrain gemachten Beobachtungen weisen allerdings in die gegensätzliche Richtung. Wie lange wird er seine wütenden Nerds noch suchen müssen?

In der Serie “Das ist Ökosystemisierung” versuchen wir dem etwas sperrigen Begriff durch kurze, anschauliche Beispiele Leben einzuhauchen. Dahinter steckt die Überzeugung, dass der Trend zur Ökosystemisierung die Eigenschaft des Internet als Inkubator und Katalysator für Innovation grundlegend verändert.

Es ist nur eine kleine Randnotiz in der ersten Ausgabe der Zeitschrift c’t des Jahres 2012 mit der Überschrift “c’t auf dem iPhone”. Die c’t ist eine der größten und wahrscheinlich die seriöseste Computerzeitschrift Europas für den Massenmarkt und wird herausgegeben vom Heise-Verlag mit Sitz in Hannover.

In dieser Randnotiz über die kostenlose App “c’t Viewer” heißt es dort wie folgt:

“Die App hätte eigentlich in der Miniaturansicht unter den Artikeln antippbare c’t-Links enthalten sollen, wurde jedoch von Apple deswegen abgelehnt. Apple verbietet in seinen Richtlinien Links auf ‘externe Mechanismen für Käufe oder Abonnements, die sich in der App verwenden lassen’ und hat dem Verlag nahegelegt, doch Kauf- oder Abo-Funktionen einzubauen, sogenannte In App Purchases, an denen Apple mitverdient. Die Argumentation des Verlages, dass die verlinkten Seiten keine Kauffunktion haben und nicht einmal auf den Abo-Shop verweisen, konnte Apples Reviewer nicht umstimmen. So enthält die App bis auf Weiteres keine Links.”

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